optimierung

[ « Zurück zur Analyse ]

Optimierung

Wichtigster Punkt bei der Optimierung der eigenen Finanzen ist das „loslegen“. Kein weiteres auf-morgen-verschieben, kein müsste-man-mal-vergleichen, kein muss-ich-mich-mal informieren. Die Chance, dass man mit dieser Einstellung 1,2 oder 10 Jahre verschenkt und vielleicht am Ende nie etwas in den Griff bekommt, ist überragend groß.

Psychologisch verständlich, denn fast jeder hat schon finanzielle Fehlentscheidungen getroffen, die man schon bei der Erfassung böse bereut hat und scheut sich, ggf. erneute Fehler zu machen. Aber einen Fehler nicht zu korrigieren, aus Angst einen anderen Fehler zu machen, hält den Fehler bei 100%.

Also, Vergleichsrechner zur Hand, Dokumente auf den Tisch und die ersten Kündigungen geschrieben.

Die wichtigsten Posten in den meisten Haushalten, sind der Verbrauch und der Preis der Energiekosten Strom und Gas. Neben den einfachen mitteln wie der Reduktion der Wohntemperaturen auf z.b. 20° C und der Verwendung von sparsamer Elektronik oder Beleuchtung und dem Einsatz von Schaltersteckdosen an Stand-By-Geräten ist natürlich ein Vergleich der jeweiligen Strom- und Gasanbieter sinnvoll. Und keine Angst - bei einem Wechsel besteht weder die Gefahr eines Blackouts noch einer Eiszeit.

Solange der neue Anbieter nicht oder nicht mehr liefert, springt automatisch der örtliche Grundversorger ein. Wer also jedes Jahr den Anbieter wechselt, kann je nach Verbrauch mehrere hundert Euro jährlich sparen.

Viele werden ja auch von Nachzahlungen immer wieder überrascht, dabei ist es in Smartphonezeiten doch das geringste Problem, alle paar Wochen oder Monate mal an seiner Wasseruhr, dem Stromzähler oder der Gasuhr vorbeizugehen und ein Foto zu machen. Mit dem Datum und Zählerstand ist es ein leichtes in Calc/Excel den aktuellen und dann auch täglichen Verbrauch zu überschlagen und auf 365 Tage hochzurechnen.

Mit etwas Puffer einkalkuliert (Im Winter auch höherer Stromverbrauch) kann man schön ausrechnen, ob der monatliche Abschlag ausreicht oder entweder der Abschlag erhöht werden muss bzw. separat Geld für die Abrechnung in 1,2,3 Monaten weggelegt werden muss.

Auch beim heutzutage unverzichtbaren Internetzugang ist es nötig, regelmäßige Vergleiche der Kosten aufzustellen. Spätestens nach 2 Jahren läuft bei fast allen Angeboten die Mindestvertragslaufzeit aus und ein neuer Anbieter sollte bereits ausgewählt sein. Oftmals muss nämlich bereits 3 Monate vor Ablauf des Vertrags gekündigt sein. Das Sparpotential durch einen Vergleich der DSL-Anbieter liegt oft bei einer Jahressumme von bis zu 240 Euro.

Oder Ihr schaut gleich mal in meinen 1&1 Shop

Auch die gesetzliche Krankenkasse ist einen Blick wert, vor allem wenn mal wieder der Zusatzbeitrag angehoben wird. Auch die freiwilligen Leistungen der Krankenkassen unterscheiden sich durchaus. Wenn Sie keinen Wert auf Voodoo-Behandlungsmethoden legen, warum sollten Sie eine Krankenkasse haben, die das zuzahlungsfrei auf alle Mitglieder umlegt?

Auch durch den Wechsel der gesetzlichen Krankenkasse lässt sich jährlich ein dreistelliger Betrag einsparen - wer es als nötig empfindet, könnte sich für das Geld eher eine private Krankenzusatzversicherung für mehr Annehmlichkeiten leisten (und auch noch steuerlich geltend machen).

Spätestens mit der eigenen Immobilie fordert in den meisten Fällen die Bank einen adequaten Versicherungsschutz. Auch bei der Gebäudeschutzversicherung gibt es großes Sparpotential. Gerne vermitteln die Banken einen Tarif der hauseigenen Versicherungsgesellschaft, die nicht wirklich die günstigsten Tarife bietet.

Ob mit oder ohne Elementarschäden - halten sie besser 1000,- Euro am Tagesgeld bereit und wählen eine hohe Selbstbeteiligung, mit dem Sparpotential hat man die Summe bereits nach wenigen Jahren übertroffen und die Schadenswahrscheinlichkeit ist eher gering.

Eine private Haftpflichtversicherung gehört zu den „Must-Haves“-Versicherungen und sollte für jeden Selbstverständlich sein. Auch hier ist Sparpotential im Versicherungsvergleich. Auch hier hilft eine Selbstbeteiligung die Kosten zu drücken und mit einem Tarif, der auch gleich für Hauseigentümer eine Gebäudehaftplicht einschließt, können zwei Probleme auf einmal erledigt werden.

Meine Einschätzung und weitere Informationen zum Thema Versicherungen.

Mach deine Steuern. Je eher und ausführlicher man sich dem Thema widmet, desto mehr Potential gibt es. Egal ob es nur ein paar 100er oder in den vierstelligen Bereich geht bei der Rückzahlung - den Stundenlohn wie bei der Steuererklärung hat man selten.

Eine sehr gute Unterstützung war mir bislang Wiso Steuer:Sparbuch, hier sind auch die Berechnungen für nebenberufliche Selbstständige möglich. Als reiner Arbeitnehmer reicht auch Wiso Steuer:Start aus.

Ausserdem: Die Ausgabe für die Steuerberechnungssoftware kann im nächsten Jahr selbst als Anschaffung mit in der Steuererklärung angegeben werden.

Für manche ein schwerer Schritt, für manche Berufe unmöglich, für manche nur das „müsste man mal machen“ - der Kirchenaustritt.

Ich bin ausgetreten, als der Kirchensteuerabzug auf meiner Abrechnung 50 Euro monatlich ausmachte. Die 30 Euro Gebühr und der Aufwand zum Amtsgericht zu gehen, haben sich für Anfangs rund 600 Euro jährlich auf inzwischen über 1000 Euro defintiv gelohnt.

Für alle, die nicht sicher sind, zwei Dinge zu bedenken:

  • Zum Glauben braucht man keine Kirche.
  • Wer seine örtliche Kirche unterstützen will, kann das besser über den Klingelbeutel/Spenden.

Einzig die Anstellungsproblematik bei Berufen, die viel mit kirchlichen Trägern zu tun haben, mag ich als Ausrede für Zweifler gelten lassen. Alle Anderen sollten sich für Ihren Seelenfrieden bewusst sein, dass sie vermutlich schon deutlich mehr als „den Zehnten“ für soziale Ausgaben bezahlen.

Und für die Heiratswilligen: Zumindest die evangelische Kirche bleibt käuflich, wenn es denn unbedingt das Gebäude sein muss; auch Redner kann man einfach buchen, auf das Zwangsabgabensystem „Kirchensteuer“ ist man nicht angewiesen.

Grundsätzlich sollten alle Versicherungen einer strengen Überprüfung unterzogen werden. Mit einer angestrebten Liquiditätsreserve zwischen 10.000 und 20.000 Euro sollten einige der „Komfortversicherungen“ überflüssig sein, auch die Selbstbeteiligung kann bei vielen eher unwahrscheinlichen Eintrittsszenarien deutlich erhöht werden. Das drückt die Beiträge.

Ausführlicher in dem Beitrag über meine Ansicht zu sinnvollen und weniger sinnvollen Versicherungen.

[ » Weiter geht's mit der Sicherstellung der Zahungsfähigkeit/Liquidität ]

  • optimierung.txt
  • Zuletzt geändert: 2020/09/23 21:30
  • von manuel@krischer.it