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ETFs - Exchange Traded Funds

ETF steht für „exchange traded funds“ (Börsengehandelter Fond), dass ist nicht eine einzelne Aktie sondern in den besten Fällen mehrere 1000 verschiedene Aktien in unterschiedlichen Gewichtungen.

Um als Einzelperson so viele verschiedene Aktien zu halten, bräuchte man nicht nur sehr viel Grundkapital, sondern würde auch eine Menge Gebühren für den Kauf bezahlen.

Was unterscheidet jetzt einen ETF, von den „tollen Fonds, die mir der Sparkassenberater Nahe gelegt hat“?

Die meisten Fonds, die von Finanzberatern empfohlen werden, sind „aktive“ Fonds - ein Mensch kauft oder verkauft die im Fond enthaltenen Wertpapiere, in der Hoffnung die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das kann mal gut klappen und mal weniger gut - vor allem kostet es aber, unabhängig vom Abschneiden, Gebühren für den Fondverwalter.

Wenn dann auch noch geraten wird, jedes Jahr den Fond zu wechseln, weil der Neue „im letzten Jahr gut abgeschnitten hat“ (die Vergangenheit hat an der Börse nur sehr wenig mit der Zukunft zu tun), verliert man durch Gebühren bei den Verkäufen und Käufen erneut.

Was tun wir, ohne Ahnung, welche Aktien gut sind und welcher Bankmanager gut abschneiden könnte?

Wir konzentrieren uns auf ETFs - diese Fonds sind passiv und versuchen einen Markt mittels Computeranalyse nachzubilden.

Was bedeutet das? Also im nahe liegensten Fall (für Deutschland) z.b. der DAX.

Der DAX ist ein Index, der alle Werte der wichtigsten 30 Deutschen Unternehmen (mit dem meisten Börsenkapital) zusammenfasst. Er fasst die Gesamtsumme des Gewinns oder Verlusts aller enthaltener Unternehmen durch den DAX Punktestand zusammen.

Selbst wenn jetzt also meine „Telekom-Aktie“ Verlust gemacht hätte, gleicht ggf. meine „Bayer-Aktie“ das aus.

Ein ETF, der den DAX nachbildet, kauft also in gleicher prozentualer Zusammensetzung wie die Marktkapitalisierung Aktien der beteiligten Unternehmen und versucht genau den gleichen Gewinn (oder Verlust) vom Gesamtergebnis des Index zu erreichen (was erstaunlich gut klappt).

Und das ohne, dass ich jeweils eine oder mehrere Aktien von allen 30 Unternehmen kaufen musste. (Und ohne die entsprechenden Gebühren.)

Indexe wie den Dax gibt es sehr viele, geläufig ist vermutlich noch der Dow-Jones, oder Nasdaq aber da hört es bei den meisten Menschen schon auf.

Da zudem der Index von einem einzelnen Land (wie der DAX) natürlich sehr stark an der wirtschaftlichen und politischen Lage abhängt, wäre es natürlich noch besser, wenn die Streuung noch weiter ginge.

Und auch das ist natürlich möglich, denn es gibt Indexe und auch passende ETFs, die mehrere 1000 verschiedene Aktien (bzw. andere Werte) aus der ganzen Welt beinhalten.

Und genau darauf wollen wir setzen. Eine sehr breite Streuung unseres Kapitals verspricht zwar nicht die höchsten möglichen Gewinne, aber das geringste Risiko.

Aber das Beste ist, diese ETFs kosten kein Vermögen, sondern sind bereits ab 25,- Euro im Monat in einem entsprechenden Depot zu besparen. Auch die jährlichen Kosten betragen nur den Bruchteil von dem, was ein aktiver Fond an Gebühren verursacht und damit von unserem Gewinn einbehält.

Also selbst die ängstlicheren Menschen, könnten statt dem überteuerten Handyvertrag, bereits mit wenig Geld im Monat, Börsenluft schnuppern und hoffentlich dadurch mehr Sicherheit und Vertrauen gewinnen.

Der wichtigste Punkt dabei ist: Wir kaufen die ETFs nicht, um sie nach kurzer Zeit wieder zu verkaufen!

Wir reden über eine minimale Anlagedauer von 15-20 Jahren, damit der Zinseszins seine Kraft entfalten kann.

Wer absehbar kurzfristig wieder an sein Geld muss, sollte sein Tagesgeldkonto zum Sparen nehmen. (Zusätzlich zur liquiden Reserve.)

Auch der spätere Entnahmezeitpunkt im Alter sollte kein fixes Datum sein, Börsenkurse können immer wieder schlechte Zeiten durchleben (so wie der Börsencrash 2009 oder die Coronakrise 2020), erholten sich aber in der Vergangenheit immer wieder auf ein höheres Niveau als zu vor!

Man braucht also neben Geduld beim Einzahlen, auch die Ruhe, um bei einer schlechten Kurslage nicht gleich aus Angst zu verkaufen!

Das Gute dabei ist, das wir bereits mit einer geringen Sparrate sehen, wie sich die Kurse mal positiv oder auch negativ entwickeln und können uns selbst gegen Kurspanik abhärten.

In meinem Hauptdepot habe ich Aufteilung von vielen Webseiten übernommen die

  • 70% in einen ETF für die „1. Welt“, in meinem Fall der Vanguard FTSE Developed World mit der Kennung WKN: A12CX1 und ISIN: IE00BKX55T58 und
  • 30% in einen ETF für die „2. Welt“, in meinem Fall der Vanguard FTSE Emerging Markets mit der Kenung WKN: A1JX51 und ISIN: IE00B3VVMM84

stecken. Bei der Gewichtung geht es gegenüber einem Gesamtmarkt (siehe unten) um die Wette, dass die Schwellenländer in den nächsten Jahren stärker aufholen.

Wem das alles zu viel ist, dem sei auch mit EINEM EINZIGEN ETF geholfen. Mein Nebendepot hat einen ETF, der alle wichtigen Länder der Welt abdeckt:

  • Vanguard FTSE All-World mit der Kennung WKN: A1JX52 und ISIN: IE00B3RBWM25

Alternativ wäre natürlich auch ein Gesamtmarkt ETF von einem anderen Anbieter möglich, wie z.b. der

  • Lyxor MSCI World mit der Kennung WKN: LYX0AG und ISIN: FR0010315770

Was unterscheidet die Anbieter Vanguard von Lyxor und anderen? Vanguard ist eine Genossenschaft, d.h. die Anleger sind auch gleichzeitig Teilhaber der Gesellschaft. Deshalb sind die laufenden Kosten meist noch einmal niedriger als bei „kommerziellen“ Anbietern. Aber diese haben auf den Preisdruck schon reagiert und auch ihre ETF-Kosten angepasst.

Wer also jetzt einfach loslegen will:

  1. Dauerauftrag auf das Verrechnungskonto einrichten
  2. Sparplan für den Vanguard FTSE All-World (A1JX52) einrichten.
  3. Sparplan nach Möglichkeit immer wieder erhöhen
  4. Sobald die Dividenden (die Quartalsweise auf das Verechnungskonto ausgezahlt werden) eine vernünftige Höhe (vierstellig) erreichen, mit diesen einzeln neue ETF-Anteilen kaufen, bzw. Sparplan anpassen
  5. In 20 Jahren über ein hübsches Sümmchen zusätzlich zu der eingezahlten Summe freuen.

Mit unseren 24.000 Euro Einzahlungen konnten wir in 20 Jahren etwas mehr als 16.500 Euro Zinsen zusätzlich erwirtschaften. Legen wir das Geld stattdessen auf unser Sparbuch, bekommen wir statt 40.000 Euro kaufkraftbereinigt „dank Inflation“ nur weniger also 20.000 Euro aus unseren 24.000 Euro. Das ist echte Geldvernichtung.

Hier gibt es einen Chartvergleich meiner besparten ETFs.

Auf dieser Seite befindet sich nur eine grobe Übersicht zu einem Börsenprodukt wie ETFs. Ich versuche mit wenigen Fachbegriffen, dass Prinzip zu verdeutlichen, nicht eine akkurate Beschreibung zu liefern. Wer mehr über die Geschichte wissen will, darf sich gerne bei den Links durchklicken

  • etf.txt
  • Zuletzt geändert: 2020/11/05 23:28
  • von manuel@krischer.it